Unternehmen

Gut gewappnet für den Ernstfall

Vorbereitete Konzepte helfen, schnell zu reagieren

Auf vielen Kanälen im Einsatz: Die Schaltzentrale im BZ Halensee

Pünktlichere Züge sind ein erklärtes Ziel der Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS. Seit dem Start des Programms im Sommer 2018 hat sich der Wert um 1,8 Prozentpunkte verbessert. Ein Beweis dafür, dass die ausgearbeiteten Maßnahmen greifen. Angesetzt wird natürlich bei den diversen Gründen für Störungen – etwa bei der Verfügbarkeit von Zügen, Weichen und Signalen – doch das reicht nicht. Denn ungefähr ein Drittel der Störfälle werden durch äußere Einflüsse, die Polizei- und Rettungseinsätze nach sich ziehen, verursacht. Aber auch hier gilt es, wertvolle Minuten aufzuholen und die Verspätungen so gering wie möglich zu halten.

Deshalb haben S-Bahn Berlin und DB Netz gemeinsam daran gearbeitet, Abstimmungsprozesse im Störfall deutlich zu beschleunigen. Schließlich sind im Ernstfall viele Stellen beteiligt: Die Triebfahrzeugführer, die integrierte Leitstelle der der S-Bahn, die sich um die Disposition von Zügen und Personal kümmert, die Betriebszentrale der DB Netz in Halensee, die die Fahrwege, Weichen und Signale kontrolliert und den Betrieb disponiert sowie die jeweiligen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr vor Ort und deren Leitstellen. Herausgekommen ist ein neu gestaltetes Dispositionshandbuch. Darin sind Konzepte für 140 Szenarien ausführlich vorbereitet, sie bilden die Grundlage für das gemeinsame Vorgehen.

Wir konnten nicht nur die Gründe für Störungen verringern, sondern auch die Verspätungsminuten pro Vorfall wurden um 20 Prozent gesenkt.

Helge Schreinert Regionalbereichsleiter von DB Netz

Startpunkt waren 50 Konzepte. Für die jeweiligen Fälle, es geht hauptsächlich um größere Störungen bei denen zumeist zweigleisige Streckensperrungen notwendig sind, sind alternative Betriebskonzepte und Umfahrungsmöglichkeiten hinterlegt. Wenn ein Triebfahrzeugführer eine Störung meldet, etwa ein Hindernis im Gleisbett an einer konkreten Stelle, entscheidet die Betriebszentrale in Abstimmung mit der Leitstelle S-Bahn, nach welchem vorbereiteten Konzept gefahren wird. „Alle am Bahnbetrieb Beteiligten, wissen sofort, was zu tun ist, können den Plan schnell umsetzen und die Fahrgäste informieren“, sagt Jens Hebbe, Leiter der Betriebszentrale S-Bahn Berlin.

Die Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS

Die S-Bahn Berlin hat ihr bisher umfassendstes Qualitätsprogramm S-Bahn PLUS zur Verbesserung von Pünktlichkeit, Qualität und Service im zweiten Halbjahr 2018 gestartet. Mehr als 30 Millionen Euro setzt die Deutsche Bahn bis 2025 dafür ein. Die Projektteams der Konzerngesellschaften DB Netz, DB Station & Service, DB Energie und S-Bahn Berlin haben die komplexen Betriebsabläufe unter die Lupe genommen und ein Programm mit mehr als 200 Bausteinen erarbeitet.

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