Angriffe sind Alltag geworden
Kampagne fordert mehr Respekt für DB-Mitarbeitende
Egal ob am Telefon, im Chat bei WhatsApp oder in E-Mails: Die Mitarbeitenden des Kundendialogs der S-Bahn Berlin sind jeden Tag teils heftigen Beleidigungen durch Kund:innen ausgesetzt. Nicht selten wird es persönlich und geht unter die Gürtellinie.
Besonders alarmierend: Seit einigen Jahren nehmen die verbalen Angriffe kontinuierlich zu. „Die Menschen werden immer aggressiver und ausfallender”, berichtet eine Mitarbeiterin. Einige Kund:innen würden gleich zu Beginn eines Gesprächs laut werden und ihrer Unzufriedenheit Luft machen. „Das ist Bestandteil unseres Alltags”, sagt sie.
Von ähnlichen Erfahrungen im Berufsalltag berichten auch Mitarbeitende von DB Regio Nordost.
Zahlen bestätigen: Angriffe auf Mitarbeitende der Deutschen Bahn haben zuletzt immer weiter zugenommen. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 3.000 Übergriffe statistisch erfasst.
Aus diesem Grund wollen die Deutsche Bahn (DB), das Bundesverkehrsministerium (BMV) und der Branchenverband VDV mit der neuen Respektkampagne #mehrachtung ein deutliches Zeichen setzen: Für mehr Rücksicht, mehr Anstand und mehr Respekt gegenüber dem Bahnpersonal.
Insgesamt vier Motive sind seit Anfang Mai auf Bahnhöfen und in Zügen zu sehen. Auf einem davon ist – in Anlehnung an Artikel 1 des Grundgesetzes – zu lesen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch für alle in Uniform.” Die Plakate sollen die Fahrgäste aufrütteln und helfen, die steigenden Übergriffe gegen Bahnmitarbeitende einzudämmen.
Die Kampagne ist Teil des auf dem Sicherheitsgipfel beschlossenen „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene”. Diesen Gipfel hatte DB-Chefin Palla nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar einberufen. Gemeinsam haben DB, Bund, Länder, Gewerkschaften und Verkehrsbranche dort kurz- und mittelfristige Maßnahmen festgelegt.
Pilotprojekt gestartet
DB Regio hat ein Pilotprojekt zur Doppelbesetzung im Nahverkehr gestartet, das bei Mitarbeitenden und Fahrgästen auf große Resonanz stößt. Dafür wird geprüft, auf welchen Linien oder zu welchen Zeiten eine Doppelbegleitung sinnvoll ist. Je nach Gefahrenlage können unterschiedliche Teamkonstellationen, etwa mit Sicherheitspersonal, im Einsatz sein.



