Mit der Ringbahn ins Paralleluniversum
"What if Berlin?": Die Berliner Festspiele haben für ihr 75. Jubiläum ein besonderes Projekt mit S-Bahnbezug entwickelt.
Bühne für vergessene Zukunftsvisionen
Künstlerische Freiheit, Diversität, Offenheit, Dialog, internationale Zusammenarbeit – das sind nur einige Werte, für die die Berliner Festspiele stehen. Passend dazu legen sie in ihrem 75. Jubiläumsjahr den Fokus auf performative und musikalische Künste aus Japan und arbeiten dafür mit dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin zusammen.
Was hätte gewesen sein können
Eine besondere Rolle spielt dabei vom 28. August bis 20. September die Berliner Ringbahn. Gemeinsam mit dem japanischen Künstler Akira Takayama laden die Berliner Festspiele beim Projekt „What if Berlin“ zu einer Reise durch ein Berlin ein, das hätte sein können.
An vier Wochenenden werden die 27 Stationen der Ringbahn zu Orten vergessener künstlerischer Zukunftsentwürfe, die von erfahrenen Stadtführer:innen in sechs verschiedenen Thementouren neu erzählt werden: unverwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, aus anderen Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt:innen und Künstler:innen.
Die Touren eröffnen jeweils eine andere Perspektive auf Berlin – von städtebaulichen Visionen über kulturelle Entwürfe bis hin zu alternativen Vorstellungen gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Was Marvel kann, kann Berlin schon lang
Die Touren beginnen jeweils an einem der folgenden drei Ringbahnhöfe: S-Bahnhof Gesundbrunnen, S-Bahnhof Sonnenallee oder S-Bahnhof Hohenzollerndamm. Von dort begleiten die Stadtführer:innen das Publikum in den Ringbahnen S41 und S42. Die Touren enden an einem anderen Ringbahnhof als dem Startpunkt. Alle Touren finden in deutscher oder englischer Sprache statt.
Übersicht der Touren
- Tour A: „Dürfen Kommunisten träumen?“ befasst sich mit Zukunftsvisionen, die im sozialistischen Teil der Stadt konzipiert, später jedoch aufgegeben wurden.
- Tour B: „Was baut man auf Ruinen?“ beleuchtet mehrere nicht realisierte Projekte zum (Wieder-)Aufbau Berlins.
- Tour C: „Erträumte Apparate der Stadt“ befasst sich mit einst erdachten städtischen Einrichtungen, die weiterhin wie Geister durch Berlin spuken.
- Tour D: „Kann Kultur die Stadt verändern?“ fragt nach Teilhabe und Rechten aller Stadtbewohner:innen und beschäftigt sich mit von Akteur:innen der Kulturszene vorangetriebenen Veränderungsprozessen.
- Tour E: „Peripherie als Zentrum“ spürt kühnen Visionen nach, die an Nebenstrecken der Ringbahn, an Autobahnen, auf einem künstlichen Hügel und an einer Kriegsruine entstanden sind.
- Tour F: „Zur Ringstadt“ versucht, Berlin auf der Ringbahn neu zusammenzusetzen, indem sie vergessene Visionen von Künstler:innen und Architekt:innen entlang der S-Bahnstrecke neu verortet.





