Geschichte

Im Galopp nach Hoppegarten

Die Streckenverlängerung von Mahlsdorf nach Hoppegarten feiert ihren 75. Geburtstag.

7. März 1947: Eröffnungszug für den elektrischen Betrieb Mahlsdorf – Hoppegarten
7. März 1947: Eröffnungszug für den elektrischen Betrieb Mahlsdorf – Hoppegarten

In den späten 40er- und in den 50er-Jahren wurden zahlreiche Berliner S-Bahnstrecken ausgebaut und verlängert. Den Anfang machte der Streckenabschnitt Mahlsdorf-Hoppegarten. Er wurde am 7. März 1947 in Betrieb genommen. Zum 75-jährigen Jubiläum lohnt ein Blick zurück – denn bis zu einer ersten Verlängerung der Strecke über Mahlsdorf hinaus sollte einige Zeit vergehen.

Großes Interesse an der Verlängerung

Der Berliner Autor Michael Braun hat 2005 in der Fachzeitschrift „Der Eisenbahningenieur“ den Beitrag „S-Bahn-Streckenelektrifizierung Berlin – Strausberg 1948“ veröffentlicht. Darin heißt es, dass sich seinerzeit Siedlerverbände, Gemeinden und sonstige Interessengruppen mit ihren Petitionen um die Verlängerung der S-Bahn Richtung Osten die Klinke in die Hand gegeben hätten.

Immer ganz mit vorn dabei, der Union-Club, der seiner Hoppegartener Pferderennbahn Publikum zuführen wollte.

Michael Braun Berliner Autor

Er hat auch recherchiert, dass bereits 1938 mit dem Bau zweier eigener, elektrifizierter S-Bahngleise von Mahlsdorf bis zur Station Hoppegarten begonnen wurde. Allerdings waren die Aktivitäten östlich von Mahlsdorf dann mit Beginn des Zweiten Weltkrieges nur noch zweite Wahl – und ruhten.

Zweiter Anlauf nach Kriegsende

Rund ein Jahr nach Ende des Krieges, laut Brauns Recherche am 21. September 1946, sei dann schließlich das „notwendige Elektrifizierungs-Material der Reichsbahn freigegeben worden. […] In sehr kurzer Zeit ist von Bautrupps das eingleisige Strecken-Stück von Mahlsdorf bis Hoppegarten für den S-Bahn-Betrieb hergerichtet worden. Dafür wurde im Bahnhof Mahlsdorf der bisherige Dampf- (Vorort)bahnsteig um 20 Zentimeter erhöht, beide Gleise an diesem Bahnsteig mit einer Stromschiene versehen“ – und die Fahrgäste stiegen fortan erst in Hoppegarten in die Dampfvorortzüge um.

Die Inbetriebnahme dieses neuen Streckenabschnittes sei wohl schon zu Weihnachten 1946 möglich gewesen –  habe sich aber wegen einer Stromknappheit des folgenden, ungewöhnlich harten Winters verzögert. Es sollten außerdem noch weitere 45 Jahre vergehen, bis dann auch das zweite Gleis zwischen Mahlsdorf und Hoppegarten in Betrieb genommen wurde, im November 1992.

Von den Pferden zu den Straus(s)en

Wer heute mit der S5 unterwegs ist, der kommt in einer Stunde und 18 Minuten von Westkreuz bis nach Strausberg Nord. Denn nach der Verlängerung von Mahlsdorf bis Hoppegarten folgte im September 1948 der Abschnitt Hoppegarten bis Fredersdorf und schließlich im Oktober 1948 Fredersdorf bis Strausberg. Die Eröffnung des Abschnittes Strausberg bis Strausberg Nord erfolgte im Juni 1956.

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