Wenn der Wett-König zu Besuch kommt

Ein Kindheitstraum: Lokführer bei der S-Bahn Berlin werden

Julian Zude (Mitte) bei seinem Auftritt in der Show "Wetten, dass ...?"
Julian Zude (Mitte) bei seinem Auftritt in der Show "Wetten, dass ...?"

Es herrscht gespannte Stille im ZDF-Studio bei „Wetten, dass ...?“ als der zehnjährige Julian Zude im Oktober 2012 bei der Kinderwette antritt. Der kleine Düsseldorfer sagt von sich, das Berliner S‑Bahnnetz in- und auswendig zu kennen.

„Wie fährst du von Oranienburg zur Bornholmer Straße?“, fragt ihn Moderator Markus Lanz, der an diesem Abend seinen  Einstand in der großen Unterhaltungsshow gibt.
Und Julian, der nur hin und wieder seine Großeltern in Berlin besucht und selten S‑Bahn fährt, antwortet souverän: „Linie S1, Lehnitz, Borgsdorf, Birkenwerder, Übergang zum Regionalverkehr; Hohen Neuendorf, Übergang zur S8, Frohnau, Hermsdorf,  Waidmannslust. Bornholmer Straße, Übergang zur S2, S8, S85 und S9.“

Binnen Minuten wird der Junge zum Star der Sendung und erobert sowohl die Herzen des Publikums als auch der Berliner S‑Bahnerinnen und S‑Bahner. Da ist es Ehrensache, dass der Wettkönig nach der Show S-Bahnchef Peter Buchner kennenlernt, eine Fahrt beim Lokführer erleben darf und eine schwarze Lederjacke, wie sie Lokführer tragen, geschenkt bekommt.

Sechs Jahre später:

Julian Zude macht ein Praktikum bei der S-Bahn Berlin
Julian Zude macht ein Praktikum bei der S-Bahn Berlin

Aus dem kleinen S‑Bahn-Fan ist ein angehender Abiturient von 17 Jahren geworden, der längst der Lederjacke entwachsen ist. Noch immer lebt er in Düsseldorf. Sein Berufswunsch, S‑Bahn-Lokführer zu werden, hat sich in den Jahren noch gefestigt. Und so reist er nach Berlin, um im Mai ein zweiwöchiges Praktikum bei der S-Bahn Berlin zu absolvieren. Er durchläuft verschiedene Unternehmensbereiche wie das Werk Schöneweide, und selbstverständlich steht erneut eine Mitfahrt im sogenannten Führerstand auf dem Programm.

Natürlich ist es wieder spannend, direkt neben dem Lokführer zu stehen und vorn im Zug mitzufahren. Es gibt aber noch viel mehr interessante Eindrücke. Beispielsweise konnte ich Einblicke in die Personaleinsatzplanung bekommen. Das sind logistische Meisterleistungen, von denen man als Fahrgast nichts mitbekommt.
Lange dauert es nicht mehr – dann möchte ich meine Ausbildung als Lokführer beginnen und meinen Kindheitstraum
in die Realität umsetzen.

Julian Zude

Eines ist sicher: Das S-Bahnnetz hat dieser junge Mann dann bereits auf dem Kasten.