Unsere älteste S-Bahn wird 40!
Auch bekannt als „Toaster“: Unsere Baureihe 480 feiert dieses Jahr ihren 40. Geburtstag.
Ein Küchengerät sorgte für den Spitznamen
Vor rund 40 Jahren wurden erste Prototypen der Baureihe 480 ausgeliefert, zwei davon mit blauer Lackierung. Diese Farbgebung wurde von vielen Berliner:innen aber nicht gut angenommen. Aus diesem Grund wurden die ersten 41 Viertelzüge (Fahrzeugeinheit aus zwei Wagen) der Serie ab 1990 in der traditionellen Lackierung der Berliner S-Bahn ausgeliefert.
Zusammen mit den vier Prototypen umfasste der Bestand somit 45 Viertelzüge. Eine zweite Lieferung in den Jahren 1993 und 1994 erhöhte den Bestand um 40 Viertelzüge auf 85. Heute sind davon noch 65 Viertelzüge unterwegs.
Heute Oldie, damals topmodern
Den Bau der BR 480 beauftragt haben seinerzeit die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Sie haben 1984 die Betriebsrechte für alle S-Bahnstrecken in Westberlin übernommen.
Die Züge stellten einen bedeutenden technischen Fortschritt dar, es wurde beispielsweise die neueste Antriebs- und Leittechnik eingebaut. Charakteristisch für die Fahrzeuge ist bis heute ihre kantige Front. Woher die Baureihe ihren Spitznamen „Toaster“ hat, dazu kursieren mehrere Theorien. Eine davon ist die Namensgleichheit mit dem Toaster BR 480 der Firma Siemens.
Besonders flexibel einsetzbar
Eine weitere Besonderheit der Züge: Durch die Positionierung eines Führerstandes an jedem Ende eines Viertelzugs zeichnet sich die Baureihe 480 durch einen besonders flexiblen Einsatz aus: Die Ausführung als Doppeltriebwagen ermöglicht auch den Einsatz als einzelnen Viertelzug in verkehrsschwachen Zeiten.
Die Baureihe 480 soll die Flotte der S-Bahn in Berlin noch für ein paar weitere Jahre verstärken. Aus diesem Grund hat das Land Berlin als Auftraggeber gemeinsam mit der S-Bahn Berlin in den vergangenen Jahren in das Projekt „Weiterbetrieb 2023+“ investiert. Es wurde Anfang 2025 abgeschlossen. Im Zuge des Projekts wurden zum Beispiel technische Teile ausgetauscht und der Außenlack ausgebessert.
Noch nicht auf dem Altenteil
Ein weiterer wichtiger Schritt, um den „Toaster“ fit für die Zukunft zu machen, war zudem die Umrüstung auf das neue Zugbeeinflussungssystem (ZBS). Außerdem wurden die Türen an einem Teil der Fahrzeuge ausgetauscht. Die S-Bahn Berlin plant, die Fahrzeuge der BR 480 noch drei bis sechs Jahre weiterfahren zu lassen.
Schon gewusst?
Vier Türen auf einer Wagenseite: Mehr als 60 Jahre lang war das der Standard bei der Berliner S-Bahn. Mit der Baureihe 480 änderte sich dieses Bild. Die Einstiege wurden verbreitert, um Rollstuhlfahrenden und Kinderwagen komfortableren Platz beim Einstieg zu gewähren. Seitdem heißt es: Aller guten Dinge sind drei.





