Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS

Gut in der Spur: S-Bahn Berlin fährt Erfolge mit Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS ein

Die S-Bahn Berlin hat ihr bisher umfassendstes Qualitätsprogramm S-Bahn PLUS zur Verbesserung von Pünktlichkeit, Qualität und Service im zweiten Halbjahr 2018 gestartet. Mehr als 30 Millionen Euro setzt die Deutsche Bahn dafür ein. Die Projektteams der Konzerngesellschaften DB Netz, DB Station & Service, DB Energie und S-Bahn Berlin haben die komplexen Betriebsabläufe unter die Lupe genommen und ein Programm mit mehr als 200 Bausteinen erarbeitet Diese wurden seitdem konsequent verfolgt. Das Programm soll bis 2025 abgeschlossen sein.

Die erste Bilanz:

  • Die S-Bahn Berlin ist pünktlicher.

Im zweiten Halbjahr 2018 - seit dem Start der Qualitätsoffensive – waren 95,4 Prozent der Züge pünktlich. Im Vergleich zu 2017 ist das eine Verbesserung um 1,8 Prozentpunkte. Besonders gut schnitt die Ringbahn mit einem Pünktlichkeitsplus von 2,3 Prozentpunkten ab.

Hier griffen unter anderem die neuen Störfallkonzepte sowie das bereits 2017 gestartete Programm Ringbahn PLUS.

 

  • Die S-Bahn Berlin ist zuverlässiger.

Allein 2018 wurden 151 neue Lokführer ausgebildet, die nun für einen stabileren Betrieb sorgen. Außerdem konnten die sogenannten ZBS-Störungen (Zugbeeinflussungssystem – überwacht das Fahrzeug) und die Türstörungen deutlich reduziert werden. Mehrere Kilometer störanfälliger Kabel wurden zudem vorzeitig ausgetauscht.

  • Die S-Bahn Berlin ist attraktiver.

Gut ein Dutzend Bahnhöfe wurde bislang baulich aufgewertet, weitere Stationen wurden durch künstlerische Wandgestaltungen verschönert. An Schwerpunktbahnhöfen reinigen die Mitarbeiter besonders intensiv.

Das ist eine erfreuliche erste Bilanz, und sie zeigt, dass sich die gemeinsamen Anstrengungen gelohnt haben. Selbstverständlich wollen wir nun gut in der Spur bleiben und für unsere täglich 1,5 Millionen Fahrgäste weiter jede Chance auf mehr Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nutzen.

Alexander Kaczmarek Konzernbevollmächtigter der DB für Berlin

Diese Übersicht ist ein erstes Fazit:

Einige Projekte wurden bereits erfolgreich abgeschlossen (hier mit einem ✔gekennzeichnet), viele befinden sich in der Umsetzung (-), wenige wurden verworfen. Dafür gibt es ein paar neue Projekte, die die Qualität der S-Bahn in Zukunft verbessern sollen.

Züge & Fahrbetrieb

abgeschlossen:

  • Joboffensive: 100 neu ausgebildete Lokführer pro Jahr
    Status: 2018 bereits 151 Tf erfolgreich ausgebildet, Bestehensquote auf 66 Prozent gesteigert, für 2019 bereits 37 Anwärter rekrutiert
  • Alle unter einem Dach: Neue integrierte Leitstelle in Schöneweide – so werden Abstimmungsprozesse im Störfall deutlich beschleunigt.
    Status: Inbetriebnahme erfolgt
  • Vorsorglicher Ersatz von 1000 Türrelais zur Vermeidung von Türstörungen
    Status: Maßnahme abgeschlossen, Türstörungen sind 2018 um 15 Prozent zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahr.
  • Mehr Sicherheit: Zusätzliche Präsenzstreifen als Pilotprojekt an den Bahnhöfen Warschauer Straße und Alexanderplatz, ergänzend zu fünf S-Bahnwachen und mobilen Unterstützungsgruppen
    Status: Alle fünf S-Bahnwachen (Gesundbrunnen, Ostkreuz, Friedrichstraße, Westkreuz, Schöneberg) sind eingerichtet: Personal rund um die Uhr, zeitweise mit Hund. Die mobile Unterstützungsgruppe wird 2019 weitergeführt (sehr flexible Einsatzmöglichkeiten, Schwerpunkte sind Bahnhöfe mit aus Kundensicht erhöhtem Sicherheitsbedarf).

in der Umsetzung:

  • Störungsmeldung vom Lokführer zur Werkstatt – dadurch schnellere Reparatur
    Status: Mehrere Umsetzungsvarianten erarbeitet und bewertet, hohe IT-Anforderungen für Umsetzung, derzeit Prüfung der IT-Tools der Integrierten Leitstelle, ob sie die Anforderungen abdecken.

verworfen:

  • Lokführer-Wechsel nur noch gegen die Lastrichtung (Bsp.: Wechsel früh morgens auf Linien stadtauswärts).
    Status: Maßnahme nach Detailprüfung nicht umgesetzt und seit dem Fahrplanwechsel nicht mehr erforderlich
  • Zentrales Öffnen aller Türen in der Hauptverkehrszeit auf wichtigen Bahnhöfen (Test ab 23. Juli zwischen Ostkreuz und Hauptbahnhof)
    Status: Maßnahme getestet, Ergebnisse unter den Erwartungen, Fortführung in anderer Form

 

Neue Bausteine:

abgeschlossen:

  • Tf-Schlüssel (Fahrschalterschlüssel) stecken lassen gegen Störungen des Zugbeeinflussungssystems ZBS
    Status: Seit 23. Juli 2018 umgesetzt. Anzahl der ZBS-Störungen auf freier Strecke um 30 Prozent zurückgegangen.
  • Verstärkte Kontrollen für besonders störanfällige Züge
    Status: Werkstattmeister Marcel Siebert ist seit September 2018 in der Leitstelle Fahrzeuge angesiedelt und legt „Krankenakten“ über Züge an, die über längere Zeiträume besonders störanfällig sind und veranlasst in den Werkstätten einen Komplett-Checkup, damit diese wieder stabil fahren.
  • Austausch der Antriebe bei der Baureihe 480 für zuverlässigeren Betrieb
    Status: Antriebe bei allen 70 Zügen der Baureihe ausgetauscht. Anzahl der Ausfälle um 75 Prozent zurückgegangen.
  • Lautsprecheransagen (auch auf Englisch) auf Bahnhöfen: „Bitte auf die gesamte Länge des Fahrzeugs verteilen“ zur Verkürzung der Haltezeiten
    Status: Die sogenannte „präventive Beschallung“ wird seit Juni 2018 an den Stationen Alexanderplatz, Friedrichstraße und Zoologischer Garten durchgeführt. Seit Juli auf allen Stationen zwischen Ostkreuz und Hauptbahnhof plus Zoologischer Garten. Seit Dezember auf dem kompletten Ostring (Schönhauser Allee bis Südkreuz)

in der Umsetzung:

  • Direktbelüftung der Elektronik-Schränke in den Zügen gegen Überhitzung, vor allem an heißen Sommertagen
    Status: Einbau wird bei allen Fahrzeugen der Baureihe 481 als Maßnahme aus dem Langlebigkeitskonzept vorgezogen und ab April 2019 umgesetzt. Bis Mitte 2019 sollen 200 Viertelzüge umgerüstet sein, so dass schon in diesem Sommer eine Wirkung erzielt sein wird. Komplette Umrüstung bis Sommer 2020
  • Stabilisierung Zugsteuerung durch Austausch der Fahrschalter als vorgezogene Maßnahme zur Langlebigkeit
    Status: Optimierter Fahrschalter in Erprobung, Serienumrüstung ab Juli 2019, verteilt auf zwei Jahre
  • Umbau der Fahrzeuge der Baureihe 481 zur Verringerung von ZBS-Störungen (Zugbeeinflussungs-System).
    Status: Tausch der Schütz 4K20 weitgehend abgeschlossen. Weiterhin wurde die sogenannte Ringkernspule als Quelle für ZBS-Störungen identifiziert. Die Baureihe 481 wird nun bis zum Jahresende umgerüstet. 
Schieneninfrastruktur
Energieversorgung
Bahnhöfe
Ich bedanke mich bei allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den verschiedenen DB-Geschäftsfeldern für ihr großes Engagement für eine bessere S-Bahn. Wir entwickeln die Qualitätsoffensive laufend weiter. Noch während wir Maßnahmen umsetzen, entstehen oft neue Ideen, neue Pläne.

Peter Buchner Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin

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