Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS

Gut in der Spur: S-Bahn Berlin fährt Erfolge mit Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS ein

Hier werden Ihnen einige Projekte des Maßnahmenkatalogs zur Qualitätsoffensive vorgestellt.

Die S-Bahn Berlin hat ihr bisher umfassendstes Qualitätsprogramm, die Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS, zur Verbesserung von Pünktlichkeit, Qualität und Service im zweiten Halbjahr 2018 gestartet. Mehr als 30 Millionen Euro setzt die Deutsche Bahn dafür ein. Die Projektteams der Konzerngesellschaften DB Netz, DB Station & Service, DB Energie und S-Bahn Berlin haben die komplexen Betriebsabläufe unter die Lupe genommen und ein Programm mit mehr als 200 Bausteinen erarbeitet. Diese werden seitdem konsequent bearbeitet. Das Programm soll bis 2025 abgeschlossen sein.

Die aktuelle Bilanz:

  • Die S-Bahn Berlin erfüllt ihr Pünktlichkeitsziel.

Bis Ende August 2019 lag die Pünktlichkeit bei durchschnittlich 96,26 Prozent und damit fast 1,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreszeitraum.

Hier griffen unter anderem die Ende 2018 eingeführten neuen Störfallkonzepte sowie das 2017 gestartete Programm Ringbahn PLUS, bei dem DB Netz und S-Bahn Berlin ein Drei-Jahres-Paket zur Verbesserung von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit auf dem Ring schnürten.

 

  • Die S-Bahnzüge sind zuverlässiger.

Im Zeitraum 1. Januar bis 15. August 2019 gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 33 Prozent weniger Zugausfälle und 23 Prozent weniger Fahrzeugstörungen.

  • Die S-Bahn-Bahnhöfe sind attraktiver.

26 Bahnhöfe wurden seit dem Start von S-Bahn PLUS verschönert. In diesem Jahr unter anderem Adlershof. 17 Stationen wurden baulich aufgewertet, in diesem Jahr unter anderem Pankow und Neukölln. Insgesamt werden 12.000 Quadratmeter Graffiti-Schutz aufgetragen. Neue Fahrziel-Anzeiger wurden auf der Station Gehrensseestraße installiert, weitere werden noch in diesem Jahr in Wildau folgen. Der Probebetrieb für die neue Anzeiger-Generation ZIM (ZugInfoMonitor) startet voraussichtlich ebenfalls in 2019.

Wir haben versprochen und geliefert. Nachdem wir in den vergangenen Monaten fast durchgehend unser Pünktlichkeitsziel von mindestens 96 Prozent erreicht haben, können wir sagen, dass unsere Maßnahmen wirken. Jetzt heißt es für uns weitermachen und nur nicht nachlassen. Dann halten wir die S-Bahn Berlin weiter auf Erfolgskurs.

Alexander Kaczmarek Konzernbevollmächtigter der DB für Berlin

Fazit nach einem Jahr Qualitätsoffensive

Viele Projekte wurden bereits binnen eines Jahres erfolgreich abgeschlossen (hier mit einem ✔gekennzeichnet), etliche befinden sich in der Umsetzung (-), wenige wurden verworfen. Zudem gibt es neue Projekte, die die Qualität der S-Bahn Berlin in Zukunft verbessern sollen. Ein aktueller Überblick über die wichtigsten Bausteine:

Züge & Fahrbetrieb

abgeschlossen:

  • Joboffensive: 100 neu ausgebildete Lokführer pro Jahr
    Status: Insgesamt bisher 373 Tf erfolgreich ausgebildet, davon 59 im ersten Halbjahr 2019, Bestehensquote 2019 nochmals auf 72 Prozent gesteigert, für 2019 nur noch 18 Anwärter zu rekrutieren
  • Alle unter einem Dach: Neue integrierte Leitstelle in Schöneweide – so werden Abstimmungsprozesse im Störfall deutlich beschleunigt.
    Status: Inbetriebnahme erfolgt
  • Vorsorglicher Ersatz von 1000 Türrelais zur Vermeidung von Türstörungen
    Status: Maßnahme abgeschlossen, Türstörungen sind 2018 um 15 Prozent zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahr.
  • Mehr Sicherheit: Zusätzliche Präsenzstreifen als Pilotprojekt an den Bahnhöfen Warschauer Straße und Alexanderplatz, ergänzend zu fünf S-Bahnwachen und mobilen Unterstützungsgruppen
    Status: Alle fünf S-Bahnwachen (Gesundbrunnen, Ostkreuz, Friedrichstraße, Westkreuz, Schöneberg) sind eingerichtet: Personal rund um die Uhr, zeitweise mit Hund. Die mobile Unterstützungsgruppe wird 2019 weitergeführt (sehr flexible Einsatzmöglichkeiten, Schwerpunkte sind Bahnhöfe mit aus Kundensicht erhöhtem Sicherheitsbedarf).

in der Umsetzung:

  • Störungsmeldung vom Lokführer zur Werkstatt – dadurch schnellere Reparatur
    Status: Mehrere Umsetzungsvarianten erarbeitet und bewertet, hohe IT-Anforderungen für Umsetzung, derzeit Prüfung der IT-Tools der integrierten Leitstelle, ob sie die Anforderungen abdecken.

verworfen:

  • Lokführer-Wechsel nur noch gegen die Lastrichtung (Bsp.: Wechsel früh morgens auf Linien stadtauswärts).
    Status: Maßnahme nach Detailprüfung nicht umgesetzt und seit dem Fahrplanwechsel nicht mehr erforderlich
  • Zentrales Öffnen aller Türen in der Hauptverkehrszeit auf wichtigen Bahnhöfen zwischen Ostkreuz und Hauptbahnhof
    Status: Maßnahme getestet, Ergebnisse unter den Erwartungen, Fortführung in anderer Form

 

Neue Bausteine:

abgeschlossen:

  • Tf-Schlüssel (Fahrschalterschlüssel) stecken lassen gegen Störungen des Zugbeeinflussungssystems ZBS
    Status: Seit Juli 2018 umgesetzt. Anzahl der ZBS-Störungen auf freier Strecke um 30 Prozent zurückgegangen.
  • Verstärkte Kontrollen für besonders störanfällige Züge
    Status: Werkstattmeister Marcel Siebert ist seit September 2018 in der Leitstelle Fahrzeuge angesiedelt und legt „Krankenakten“ über Züge an, die über längere Zeiträume besonders störanfällig sind und veranlasst in den Werkstätten einen Komplett-Checkup, damit diese wieder stabil fahren.
  • Austausch der Antriebe bei der Baureihe 480 für zuverlässigeren Betrieb
    Status: Antriebe bei allen 70 Zügen der Baureihe ausgetauscht. Anzahl der Ausfälle um 75 Prozent zurückgegangen.
  • Lautsprecheransagen (auch auf Englisch) auf Bahnhöfen: „Bitte auf die gesamte Länge des Fahrzeugs verteilen“ zur Verkürzung der Haltezeiten
    Status: Die sogenannte „präventive Beschallung“ wird seit Juni 2018 an den Stationen Alexanderplatz, Friedrichstraße und Zoologischer Garten durchgeführt. Seit Juli auf allen Stationen zwischen Ostkreuz und Hauptbahnhof plus Zoologischer Garten. Seit Dezember 2018 auf dem kompletten Ostring (Schönhauser Allee bis Südkreuz)

in der Umsetzung:

  • Direktbelüftung der Elektronik-Schränke in den Zügen gegen Überhitzung, vor allem an heißen Sommertagen
    Status: Der Einbau bei allen Fahrzeugen der Baureihe 481 als Maßnahme aus dem Langlebigkeitskonzept verzögert sich. Bei der Erstmusterprüfung am Prüfstand des Herstellers (Knorr-Bremse Powertech) wurden Konstruktionsmängel festgestellt, die zunächst beseitigt werden müssen. Als Folge dieser Mängelabarbeitung wird sich der Umrüstungsbeginn verzögern.
  • Stabilisierung Zugsteuerung durch Austausch der Fahrschalter als vorgezogene Maßnahme zur Langlebigkeit
    Status: Optimierter Fahrschalter in Erprobung, Serienumrüstung seit Juli 2019, verteilt auf zwei Jahre
  • Umbau der Fahrzeuge der Baureihe 481 zur Verringerung von ZBS-Störungen (Zugbeeinflussungs-System).
    Status: Tausch der Schütz 4K20 abgeschlossen. Weiterhin wurde die sogenannte Ringkernspule als Quelle für ZBS-Störungen identifiziert. Die Baureihe 481 wird nun bis zum Jahresende 2019 umgerüstet. 
Schieneninfrastruktur
Energieversorgung
Bahnhöfe
Ein Bestandteil des Qualitätsprogramms S-Bahn PLUS ist die Verschönerung der Bahnhöfe
Es ist schön zu sehen, was wir erreichen können, wenn alle Mitarbeiter und Geschäftsfelder an einem Strang ziehen. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken.

Peter Buchner Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin