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Ausstellungen zu 100 Jahre Groß-Berlin

Als Berlin plötzlich Metropole wurde.

Logo 100 Jahre Groß Berlin

Vor 100 Jahren wurde Berlin durch das Groß-Berlin-Gesetz auf einen Schlag zur drittgrößten Metropole der Welt.

Wir stellen einige lohnenswerte Ausstellungen und digitale Angebote vor, die Sie trotz der Corona-Einschränkungen wahrnehmen können.

Käthe Kollwitz und das Elend der Großstadt

Kollwitz Plakat Groß Berlin 1912

Die Sonderausstellung zeigt Plakate und Buchpublikationen, von Käthe Kollwitz entworfen und bebildert, zusammen mit selten gezeigten Skizzen und zeichnerischen Vorstudien der Künstlerin zum Thema des Großstadtelends.

Besucherinformationen

Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 16 Uhr noch bis zum 5. Juli geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 7 Euro, ermäßigt 4 Euro. Es gilt Maskenpflicht, etwa 15 bis 20 Besucher dürfen zeitgleich die Ausstellung besuchen.

Vom Wohnzimmersessel ins Museum

Empfehlenswert sind auch die zwei extra konzipierten digitalen Rundgänge "Käthe Kollwitz und das Elend der Großstadt" sowie "Käthe Kollwitz: Mutter und Kind", auf denen sowohl ein guter Überblick über die Exponate als auch Hintergrundwissen vermittelt wird.

100 Jahre Architekturmoderne im Berliner Südwesten

U-Bahnhof Krumme Lanke

Die zweiteilige Ausstellung im Gutshaus Steglitz und in der Schwartzschen Villa ist bis zum 28. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Ausnahme: jeden ersten Dienstag im Monat. Anhand von zwölf repräsentativen Beispielen des Neuen Bauens in Steglitz und Zehlendorf zeigt die Ausstellung, wie sich Berlin ab 1920 zum Experimentierfeld der Moderne entwickelte.

Besucherinformationen

Für den Besuch gilt Maskenpflicht, außerdem dürfen nur zwölf Besucher auf einmal in die Ausstellungen. Alle weiteren Hygienemaßnahmen werden vor Ort mitgeteilt. Der Eintritt ist frei.

1000xBerlin

Foto Berlin 1926

1.000 Fotografien aus den Sammlungen der Berliner Bezirksmuseen und des Stadtmuseums Berlin geben einen faszinierenden Einblick in die Stadtgeschichte. Das Online-Portal 1000x Berlin ist ein Kooperationsprojekt, das von Mitarbeitern der Berliner Regionalmuseen und der Stiftung Stadtmuseum Berlin zum 100. Jahrestag der Gründung Groß-Berlins geplant und umgesetzt wurde.

Mitmachen und eigene Fotos einsenden!

Auf der Seite www.1000x.berlin sind Berliner aufgefordert, eigene Fotografien der Metropole einzusenden! Einfach unter dem Menüpunkt "Mitmachen" teilnehmen und private Berlin-Fotos aus den letzten 100 Jahren einsenden.

Wie das preußische Los Angeles entstand

Karte Groß Berlin 1920

Aus Berlin wird Groß-Berlin

Wedding, Tiergarten, Prenzlauer Tor, Friedrichshain, Hallesches Tor und Mitte – so hießen die Bezirke, die vor dem Gesetzesbeschluss am 27. April 1920 Berlin bildeten. Die Stadt lag inmitten eigenständiger Städte, Gemeinden und Gutsbezirke, die alle selbst über ihre kommunalen Belange entscheiden konnten. Selbständige Städte waren etwa die späteren Groß-Berliner Bezirke Charlottenburg, Köpenick, Lichtenberg, Neukölln, Schöneberg, Spandau und Wilmersdorf. Durch den Zusammenschluss vergrößerte sich die Fläche der Stadt von rund 65 Quadratkilometer auf rund 878 Quadratkilometer und war damit nach Los Angeles flächenmäßig die zweitgrößte Stadt der Welt.

Industrialisierung machte Einheitsgemeinde notwendig

Das „Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin“ trat am 1. Oktober 1920 in Kraft. Doch nicht alle Parlamentarier waren für Groß-Berlin: Die Befürworter der strafferen Einheitsgemeinde verfügten in der letztlich entscheidenden Preußischen Landesversammlung nur über eine knappe Mehrheit. Für die zunehmende Industrialisierung der Stadt aber war der von dem parteilosen Regierenden Oberbürgermeister Adolf Wermuth initiierte Zusammenschluss dringend notwendig: Seit 1885 verlegten immer mehr Unternehmen wie Borsig (Maschinenbau), Siemens und AEG (Elektrotechnik) Teile ihrer Produktion in benachbarte Gemeinden. Dies setzte den zuvor schon begonnenen Ausbau der Verkehrsverbindungen in und um Berlin voraus, vor allem der Vorort-Schnellbahn. Gleichzeitig erfolgte die Erweiterung des Versorgungsnetzes (Gas, Wasser, Abwasser, Elektrizität) über die Stadtgrenzen hinaus.

Groß-Berlin heute wieder Berlin

Heute spricht man nur noch selten von „Groß-Berlin“. Zuletzt wurde der Ausdruck im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 offiziell benutzt. Diese Erwähnung verschwand nach der Vereinigung 1990. Auch die Stadtverwaltung von Ost-Berlin nannte sich bis 1977 „Magistrat von Groß-Berlin“.