Ausflugstipps

Ausstellung „Der Ring“

Noch bis 8. März mit Gemälden und Fotografien in der Friedenskirche Charlottenburg

Die Ringbahn im Fokus der Kunst

Schon Bernd Kliches Vater, Jahrgang 1916, schwärmte vom S-Bahnring. Er erzählte von schnellen Verbindungen und elektrischen Zügen, die die „Strecke ohne Ende“ befuhren. Der Sohn sollte jedoch erst Jahrzehnte später die Vorzüge der Ringbahn kennenlernen.

Nun hat der Maler Bernd Kliche zusammen mit der Fotografin Andrea Schmidt der deutschlandweiten einzigen Eisenbahnstrecke ohne Endstation eine Ausstellung gewidmet. „Der Ring – Fotografie und Malerei über das urbane Umfeld eines Berliner Verkehrsmittels“ ist diese überschrieben und noch bis zum 8. März in der Friedenskirche in Charlottenburg zu sehen.

Der Maler Bernd Kliche und die Fotografin Andrea Schmidt präsentieren 64 Arbeiten zum Thema Ringbahn.
Der Maler Bernd Kliche und die Fotografin Andrea Schmidt präsentieren 64 Arbeiten zum Thema Ringbahn.

Bernd Kliche wurde 1948 in Wetzlar geboren, er kam 1969 zurück nach Westberlin. „Seit dem Mauerbau war der Betrieb der Ringbahn leider unterbrochen“, so Kliche. Er studierte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste und arbeitete als Kunstlehrer in Spandau. Nach der Wende zog er nach Friedrichshain, wo schon sein Vater in die Ringbahn stieg.

„Wenn ich in die Innenstadt fahre, dann immer mit der S-Bahn“, erklärt der Künstler. Vor rund fünf Jahren entstand die Idee zum Ringbahnprojekt. „Ich saß dann – mitunter auch mehrere Stunden – auf meinem Klappstuhl und machte Skizzen“, schildert er sein Vorgehen. Aus diesen Zeichnungen entstanden seine Bilder im Atelier.

„Der Ring ist ein Symbol,das verbindet“

Die Ausstellung zeigt insgesamt 64 Arbeiten. Während Schmidt in ihren Fotografien Stimmungen festgehalten und Effekte eingefangen hat, spielen in den Gemälden oft auch märchenhafte Figuren eine Rolle. Da spaziert die Frühlingsgöttin Flora über den Bahnsteig am Ostkreuz und Rapunzel lässt ihre Haare vom Wasserturm herunter. „Das Ostkreuz ist ein thematischer Schwerpunkt von mir. Ich nutze Stilmittel des Comics, die es mir erlauben, humorvoll auf die Wirklichkeit zu blicken“, sagt der Maler. Der Ring ist für die Künstler dabei ein Symbol, der Stadtteile und Menschen miteinander verbindet.

Die Eckdaten zur Ausstellung

  • Künstler: Andrea Schmidt (Fotografin) und Bernd Kliche (Maler)
  • Zeitraum: bis 8. März geöffnet
  • Eintritt: kostenfrei
  • Anmeldung: Besichtigungen vereinbaren unter Tel.: +49 (0)30 36407347

Friedenskirche Charlottenburg

Drei Tipps: Aussteigen an der Ringbahn
 

1. S-Bf Prenzlauer Allee

Einer der Lieblingsbahnhöfe des Malers Bernd Kliche besticht mit einem über 100 Jahre alten Bahnhofsgebäude, das zwar saniert, aber nah am Urzustand ist. Gegenüber des Bahnhofs befindet sich das Zeiss-Großplanetarium (Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin), in dem nicht nur in die Sterne geguckt werden kann. Bis zum 28. Februar ist unter anderem das Wissenschaftsprogramm „Aurora – Wunder des Nordlichts“ (Eintritt 8 €/6 €) zu sehen.

2. S-Bf Messe Nord/ICC

Das Messegelände Berlin ist fußläufig erreichbar und bringt frische Ideen in die Metropole, demnächst zum Thema Reise. Auch wenn einmal keine große Schau in der Stadt ist, lohnt sich das Aussteigen. Schließlich befindet sich in Bahnhofsnähe der Funkturm Berlin. Von der Plattform in 126 Metern Höhe lassen sich viele Wahrzeichen der Hauptstadt entdecken (Eintritt 6 €/3 €).

3. S-Bf Wedding

Als die Ringbahn im Jahr 1877 eröffnete, gab es diese Station schon. Obwohl sich hippe Restaurants und Bars angesiedelt haben, besitzt der Wedding noch seinen rauen Charme. Damit spielt das prime time Theater (Müllerstraße 163, 13353 Berlin), das seit 15 Jahren die Theater-Soap „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ zeigt (Eintritt ab 10 €). An der Jubiläumsfolge (noch bis 17. Februar) schrieb das Publikum mit.